Jürgen-Martin Schlicker, Rostock/DE, Juli 2011, 75 Jahre, aktiver Senioren-Langstreckenschwimmer

Liebe Britta,
Dein Buch habe ich interessiert gelesen, von A-Z, aber nur in Etappen von ca. 10-15 Seiten, so hatte ich mehr vom Lesen. Dafür gab es mehrerer Gründe: Für mich war interessant, wie man sich auf "lange Strecken" vorbereitet.
Seit nunmehr 15 Jahren mache ich viele Langstreckenschwimmen mit, alle ca. 2-3 km. Inzwischen sind es insgesamt 53 Schwimmen im Freien von Rostock über Stralsund, Wismar, Rügen,…. Genannt sei das Rostocker Warnow-Schwimmen jedes Jahr Mitte Juni (2,2 km), gefürchtet wegen geringer Wassertemperaturen, Wind, Wellen und Strömung. Die Mindestwassertemperatur für den Start beträgt 16°C. Da ist es schon wichtig, dass man sich richtig vorbereitet im Training und auch im "Kopf", wie Du es im Buch schreibst. Die Ostsee vor der Tür kann ich das gut im Training ausprobieren - langsam angehen, steigern und dann Endspurt. Im Wettkampf gut vorher Essen, gut Aufwärmen und die richtige Schwimmtaktik anwenden. Tage vorher stimme ich mich wie Du es beschreibst, gedanklich ein, gehe ich die Strecke durch und erinnere mich an das Jahr zuvor.
Hier sei an ein Erlebnis beim Stralsunder-Sundschwimmen erinnert, einer Meerenge zur Insel Rügen: Wer bei der Strömung und dem Wind nicht aufpasst, landet außerhalb des Schwimmsektors und dann war das ganze Training umsonst. Man muss die Strömung genau studieren. Es macht mir immer einen riesen Spaß mit mehr als 1000 Teilnehmern zu schwimmen. Wer so ein Rennen einmal erlebt hat, wie vielleicht auch den Rennsteiglauf, der kommt immer wieder. Die älteste Teilnehmerin beim Stralsunder Sundschwimmen 2010 war 82 Jahre alt.
Sportlichen Ehrgeiz gibt es auch im Alter. Wenn ich weiß, das ich es schaffen kann, warum soll ich da passen.
Auch für mein anderes verrücktes Hobby war es interessant, Dein Buch zu studieren. Ich bin seit 20 Jahren aktiver Winterschwimmer. Seit 2000 habe ich alle 2 Jahre an Weltmeisterschaften teilgenommen, 4 mal in Finnland, 1 mal London, 1 mal Bled/Slowenien. Wichtig war dabei immer die langfristige Vorbereitung. So konnte ich in London den 3.Platz und in Bled den 4.Platz in der AK 70 erringen (Alle Achtung, Glückwunsch, Anm. der Autorin).
Du schreibst, dass man durch den Sport auch Krankheiten überwinden kann. Recht hast Du. Dank dem Sport im Alter kann ich noch immer nach vorn schauen. Trotz noch immer währenden Behandlungen fühlt sich alles gut an. Gemeinsam mit meiner Frau Rita gebe ich die Hoffnung nie auf.



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